Sebastian Rosenbaum

Promotionsstipendiat am Philosophischen Seminar, Europa-Universität Flensburg

Honorardozent am Zentrum für ethische Fragen des 21. Jahrhunderts (zef21)

Forschungsinteressen: Klimaethik, Politische Emotionen, Alltag, Neo-Sentimentalismus

Dissertationsprojekt

Nicht erst, aber mit besonderer Aktualität und Nachdruck, wird in den aktuellen klimaethischen Debatten das Problem der individuellen und kollektiven moralischen Verantwortung und verknüpfte individuelle moralische Motivation diskutiert. Im Dissertationsvorhaben verhandle ich die Frage, in welchem Sinne moralische Emotionen wie Empörung oder Bewunderung als angemessen beurteilbar sind.

Dazu vertrete ich die These, dass Angemessenheit moralischer Motivation nicht hinreichend individualistisch und lediglich aus kognitiven Aspekten und Intentionen heraus erläutert und bewertet werden kann, sondern einer tugendethischen und sozialphilosophischen Konzeption bedarf, die Emotionen, Alltagswelt und kollektive Strukturen adressieren.

Mittels Theorien des gelingenden menschlichen Lebens und politischer Affekttheorie schließe ich sowohl individuelle als auch kollektive Aspekte des moralisch angemessenen Fühlens in diese Analyse ein. Dabei betrachte ich reaktive Emotionen wie Empörung oder Bewunderung als erlernbare und veränderbare Fähigkeiten, die allerdings auch kollektiven und strukturellen Mechanismen unterliegen.